Wer kennt das nicht? Dieses Gefühl, man müsste alle drei Sekunden aufs Handy schauen? Schließlich könnte man ja den coolen Facebook Post verpassen. Oder die Message einer guten Freundin. Oder die Mail vom Chef, der natürlich erwartet, dass man dauernd erreichbar ist. Leider wird man dadurch leicht zum digitalen Junkie und verpasst das wahre Leben. Deshalb habe ich hier zehn Tipps für die digitale Entgiftung für euch. Inspiration war mein Roman „Manche mögen‘s steil“. Darin geht es um Großstadtpflanze Vicky, die bei einer Bergtour ins Funkloch rasselt und nur mühsam lernt, dass es ein Leben jenseits von WhatsApp, E-Mails und Facebook gibt.

  1. Essen mit starrem Blick aufs Display? Vorsicht. Wer achtlos schlingt und mit den Gedanken woanders, nämlich bei der digitalen Kommunikation ist, verdrückt garantiert zu viel des Guten. Das macht sich dann schnell auf der Hüfte bemerkbar. Autsch! Wieder ein Kilo mehr! Deshalb: Hände weg vom Smartphone, wenn der gefüllte Teller vor dir steht. Zwanzig bis dreißig Minuten sollte das Handy tabu sein. So lange braucht das Hirn übrigens, um dir ein Sättigungsgefühl zu signalisieren: Stopp, es reicht!
  2. Das Gleiche gilt für das so genannte Mousepad Snacking, also die moderne Nahrungsaufnahme am Schreibtisch, mit starrem Blick auf den Computer. Klar, so kann man clever Zeit sparen und das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Ist aber ein absoluter Killer für Figurbewusste. Also nimm dir eine digitale Auszeit, wenn du Hunger hast, und setz dich an einen computerfreien Tisch. Oder auf die Parkbank. Hauptsache, du spürst, wann der Hunger geht und das sinnfreie Futtern beginnt.
  3. Beim ersten Date ist das Herumhantieren mit dem Handy ein ultimativer Abtörner. Okay, du willst deinem Herzkandidaten nur ein paar vorteilhafte Urlaubsfotos zeigen. Oder der besten Freundin einen Zwischenstand mitteilen (Läuft!). Dumm nur: Die Funken zwischen dir und deinem Date verglühen in der digitalen Ablenkung. Falls er wiederum dauernd an seinem Handy herumfummelt, vergiss ihn. Beim ersten Date – und auch beim zweiten, dritten … – kannst du volle Konzentration erwarten.
  4. Dass man das Handy beim Sex stumm schaltet, sollte sich eigentlich schon herumgesprochen haben. Doch auch, wer den Vibrationsalarm aktiviert lässt, stolpert in die digitale Falle. Sobald das Handy surrt, denkt man fieberhaft darüber nach, was denn so furchtbar Wichtiges eingetrudelt sein könnte. Das stört gewaltig, wenn es im Bett heiß hergehen soll. Das Hirn ist eins, zwei, drei wieder im Reflexionsmodus, der Endorphinkick verebbt, die Lust brennt auf Sparflamme. Die gute Nachricht: Du wirst garantiert nichts verpassen, wenn du das Handy aus dem Schlafzimmer verbannst. Was könnte es schließlich Schöneres geben, als sich vollkommen enthemmt und analog berauscht einem Lover hinzugeben?
  5. Sieben Tage die Woche rund um die Uhr erreichbar zu sein, wird immer selbstverständlicher. Blöd nur: Das permanente Abfragen von Mails und Messages wird leicht zum Tick. Oder sogar zwanghaft. Inklusive der Enttäuschung, wenn gar nichts gekommen ist. Mach dir bewusst, dass du dein Kommunikationsverhalten steuern kannst. Begrenze den Handycheck auf einmal pro Stunde, dann auf alle zwei Stunden. Auch was wirklich wichtig ist, kann so lange warten. Echt jetzt.
  6. Wer dir schreibt oder eine Sprachnachricht hinterlässt, darf natürlich eine Antwort erwarten. Der Impuls, sofort zu reagieren, ist daher verständlich. Mit der Nebenwirkung, dass man sich dabei leicht komplett verzettelt. Die Unterscheidung von Wichtigem und Unwichtigem fällt schwer, wenn man blindlings reagiert. Setze deshalb Prioritäten. Was ist wirklich dringend? Was kann warten, bis du in der S-Bahn sitzt oder gemütlich auf der Couch?
  7. Wow, du führst ein tolles Leben. Nette Freunde, schöne Locations, angesagte Restaurants. Das willst du deinen Facebook-Freunden und Instagram-Followern natürlich zeigen. Aber mal ehrlich: Für ein paar Likes versaust du dir regelmäßig die Echtzeiterlebnisse. Ist doch nervig, dass die Suppe kalt wird, weil du erst noch den Food Shot, dann ein Selfie und danach deine Begleitung ablichten musst. Selbst am Strand musst du vorzeigbar und frisch geföhnt rumliegen, weil du keine Horrorfotos posten magst. Anstrengend. Lass es einfach. Oder schränke es systematisch ein.
  8. Es ist so herrlich bequem: Mit deinem Handy bist du nie allein. Dauernd bist du von Leuten umgeben, mit denen du chatten kannst, deren Fotos du likst, denen du irgendeinen Kleinkram schreiben kannst. Für dich ist das total cool, weil du eher schüchtern bist und das Handy dich vor neugierigen Blicken schützt: Ich einsam? Blödsinn! Naja, in Wahrheit errichtest du eine digitale Mauer um dich. Denn deine Botschaft an die Umwelt lautet: Sprich mich bloß nicht an. Mit der Methode bleibst du garantiert allein, weil du keine physisch anwesenden Menschen kennenlernst.
  9. Alarmstufe Rot setzt ein, wenn du darüber nachdenkst, warum du tausend Facebook-Freunde hast, aber keine beste Freundin und keinen guten Kumpel, mit dem du spontan ein Bier trinken gehen kannst. Gut möglich, dass du sogar genau dort, wo spannende Bekanntschaften auf dich warten, nur Augen für dein Handydisplay hast. Im Coffeeshop oder im Club zum Beispiel. Hallo? Wie soll da ein Blickkontakt entstehen? Ein heißer Flirt? Steck das Handy besser ein und halte die Augen offen für Leute, die deine analogen Freunde werden könnten.
  10. Die beste Detoxkur findest du direkt vor der Haustür oder im nächsten Park: Geh raus in die Natur! Ohne Handy, versteht sich. Atme tief ein, beobachte Bäume, Sträucher, die Wolken am Himmel. Lass deine Gedanken los und fokussiere dich auf das Hier und Jetzt. Du wirst staunen, wie entspannend das ist. Eine Dreiviertelstunde am Tag reicht völlig aus. Wenn du regelmäßig Mutter Natur konsultierst, kannst du blitzschnell und hocheffizient detoxen!

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