Bruce Willis hat es gut. Wenn er morgens in den Spiegel schaut, muss er nur ein bisschen
cremen – fertig ist der Look. Wer keine Glatze hat, schaut schon ganz anders hin.
Liegen die Haare noch? Ist das Chaos ausgebrochen? Oder wird es am Ende etwa ein Bad Hair Day?

Keine Frage – unsere Haare beschäftigen uns Tag für Tag. Für Frauen sind sie sogar eine hochemotionale Sache. Nichts schmückt uns schöner, nichts kann aber auch für mehr Verzweiflung sorgen. Was nützt das neue T-Shirt oder der angesagte Lippenstift, wenn´s auf dem Kopf vor sich hin fusselt, wenn die Strähnen wie Spaghetti runterhängen, wenn die Farbe voll daneben ist oder – um Himmels willen! – wenn der Friseur den Schnitt versemmelt hat?

Haare sind nicht nur einfach Haarbalganhängsel aus Keratin. Mit ihnen drücken wir unsere Persönlichkeit aus, nach ihnen werden wir beurteilt und im besten Falle fühlen wir uns grandios, weil alles sitzt, weil das Haar gesund erstrahlt und damit auch die Seele. In allen Kulturen war und ist volles, glänzendes Haar ein Signal für Gesundheit, Vitalität und Sexyness. Wie war das noch im Alten Testament? Delilah schnitt Samson das Haar ab – und vorbei war´s mit der Manneskraft. Die Loreley im alten deutschen Volkslied kämmte am Rhein ihre ultralangen blonden Haare und die Schiffer verloren vor Sehnsucht den Verstand. Mit einem modischen Pixie-Schnitt hätte Miss Loreley nicht viel reißen können….

Obacht ist geboten, wenn eine Frau mit einer neuen Frisur erscheint. Oft ist eine Beziehung gescheitert und der neue Look demonstriert den Sprung in die nächste Entwicklungsphase. Vielleicht auch zum nächsten Mann. Manche Frauen erblonden – hey, ich will´s noch mal wissen, blondes have more fun! Andere entscheiden sich für dezentes Brünett – bloß kein Weibchenstyle mehr! Auch plötzliches Rot hat eine Bedeutung – ja schaut mich ruhig an, ich trau mich was!

Ein Schelm also, wer meint, nur auf die inneren Werte komme es an. Weit gefehlt. Aus diesem Grund gibt es im Leben fast jeder Frau eine Person, der sie vertraut: ihrer Friseurin beziehungsweise ihrem Friseur. In meinem neuen Roman lernt ihr Friseurin Maja kennen. Auch sie zerbricht sich den Kopf über Frisuren. Selber stand sie vor der Frage: „Färben oder nicht?“, als die ersten grauen Haare kamen. Wie sie sich entschieden hat und warum Spliss, verpatzte Farben und quengelige Kunden bald schon ihr kleinstes Problem sind, erfahrt ihr in „Blonder wird´s nicht“.

Eines aber ist klar: Beim Friseur sind wir besonders gesprächig. Wir beichten, wir plaudern, wir lästern auch ein bisschen. Warum? Weil es ein nahezu intimer Raum ist. Das Haar ist nass, die Nerven liegen blank – das löst die Zunge. Haben wir dann eine Glückssträhne, denken wir beim Verlassen des Salons: Haare gut, alles gut – so heißt übrigens auch Majas Salon.

Leider gibt es auch Pechsträhnen. Ich erinnere mich, dass ich mal so heftig am Telefon geweint habe, weil der Friseur zwei Zentimeter zu viel abgeschnitten hatte, dass mein damaliger Lebensgefährte mit einem Strauß Rosen zu mir eilte, um mich zu trösten und mir zu versichern, dass mich nichts und niemand entstellen kann! So wurde die Pechsträhne doch noch zur Glückssträhne.
Die Beziehung hielt ziemlich lange, wen wundert´s?

Cover-BlonderWirdsNicht

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