Decke auf dem Kopf statt Deckel auf dem Topf – so sieht sie aus, die Liebe in Corona-Zeiten. Singles laufen mittlerweile Kornkreise in den Teppich. Wo jemanden kennen lernen? An der Wursttheke? Mit Maske? Falls man dann doch mal auf Dating-Portalen fündig geworden ist, steht man vor dem nächsten Problem: Wo soll das Echtzeit-Date denn stattfinden? In der verwaisten Fußgängerzone? Romantisch geht anders…

Aber auch wer einen Partner hat, steht oft auf dem Schlauch. Da wollte man mit der Paartherapie bis zur Goldenen Hochzeit warten, und muss nun feststellen, dass man einander schon jetzt gewaltig auf den Senkel geht im Corona-Knast.

Wie ich damit umgehe? Ganz ehrlich: Abwechslung, Abenteuer und selbst die ganz großen Gefühle hole ich mir bevorzugt aus Liebesromanen. Und zucke natürlich immer etwas zusammen, wenn darin hemmungslos umarmt, geherzt und geküsst wird – total virenfrei, versteht sich.

Doch ich habe in den letzten Monaten auch etwas gelernt: Das Leben besteht nicht aus Perfektion, sondern aus Improvisation. Wer kann zurzeit schon perfekt sein? Im Job, als Partnerin, Mutter, Frau? Optimierungswahn war gestern. Jetzt geht es um uns, unsere Bedürfnisse, unser Glück. Darüber habe ich sogar einen neuen Roman geschrieben (der im Herbst kommt) und das Thema lautet: Mach’ dich locker!

Wie das bei mir aussieht? Ich versuche, mich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen. Klar, es geht irgendwie immer besser, schlauer, schlanker, aber mittlerweile habe ich meinen Frieden mit mir gemacht. Wir müssen gar nicht so perfekt sein. Wir müssen einfach WIR sein. Mit allen Macken, Ecken und Kanten.

Ein Tipp zum Schluss für gestresste Paare: Alle zwei Wochen veranstalte ich jetzt einen „Aufbrezel-Abend“ mit meinem Liebsten. Anfangs fand er es nur lästig, sich aus dem Jogginganzug zu pellen. Doch als er mich im Glitzermini sah (günstig im Netz ergattert), fing er an zu schmunzeln: „Kurz vor Tussi links abgebogen, was? Sieht aber toll aus!“ Wir tafeln dann auch nicht vor dem Fernseher, sondern bei Kerzenschein, mit verführerischer Musik. Auch das ist Liebe in Corona-Zeiten: Mit etwas Fantasie durchs stimmungskillende Einerlei des Beziehungsalltags zu kommen.

Ich wünsche Euch eine schöne Osterzeit – trotz aller Ängste, Nöte und Beschränkungen!

Alles Liebe,
Eure Ellen

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