Hochzeiten sind der absolute emotionale Ausnahmezustand. Wie man den „schönsten Tag im Leben“ dennoch unfallfrei genießen kann, verrate ich euch in meinen zehn Tipps.

  1. Spontan mit Plan
    Nach dem Heiratsantrag ist vor der Hochzeit, klar. Und schnell soll’s gehen. Viele würden am liebsten auf der Stelle durchbrennen oder möglichst rasch eine Feier improvisieren. Klingt charmant, ist aber leider wenig erfolgversprechend. Je kürzer die Vorbereitungsphase, desto größer die Kompromisse, lautet die Faustregel. Weder steht die Traumlocation kurzfristig zur Verfügung, noch können sich die Lieblingsmenschen auf den Termin einstellen. Also einen großzügigen Vorlauf einplanen. Ideal ist ein Jahr. Warum? Die meisten Paare möchten im Mai, Juni oder Juli heiraten. Da wird es eng mit Locations und Terminen.
  2. Die liebe Familie
    Bei einer Hochzeit steht die Familie im Blickpunkt. Und, wer hätte das gedacht, jedes Familienmitglied möchte mitmischen. Es gibt ja sooo viele gute Ideen. Doch Vorsicht! Viele Paare haben am Ende das Gefühl, fremd auf ihrer eigenen Feier zu sein. Weil ihnen alle reingeredet haben, bis der Mix aus Wünschen und Erwartungen anderer gesiegt hat. Also erst mal eine Vision entwickeln: Was möchtet ihr? Etwas Schlichtes, Ländliches? Das Traumschloss? Eine wilde Tanzsession? Wie sollte die Deko aussehen? Blumenmeere, lustige Ballons, romantischer Kerzenschein? Man sollte den Mut haben, die eigenen Vorstellungen Wirklichkeit werden zu lassen. Denn man heiratet nur einmal (so jedenfalls die Hoffnung). Wenn die Schwiegermutter auf einer Kutsche besteht oder der Bruder für eine Hardrock-Band plädiert, gibt es nur eine Antwort: Dann heirate doch selber …
  3. Die Gästeliste des Horrors
    Der erste Gästelisten-Entwurf ist ein Spaziergang. Die engere Familie, die besten Freunde, fertig. Doch dann kommen die Zweifel. Auch wenn man Tante Frieda seit Jahren nicht gesehen hat, müsste sie nicht dabei sein? Was ist mit Nachbarn? Kollegen? So geht es munter weiter, bis am Ende lauter Leute auf der Liste stehen, die man weder mag, noch sonderlich gut kennt. Spätestens
    jetzt heißt es, auf die Bremse zu treten. Niemand ist gezwungen, Menschen einzuladen, die gar nicht zum eigenen Leben gehören. Wer Angst vor beleidigten Nicht-Gästen und spitzen Kommentaren hat, dem sei eine Standardantwort verraten: Wir wollen klein feiern,
    eine Riesenhochzeit ist so gar nicht unser Ding.
  4. Vergleich macht unglücklich
    Hochzeiten boomen. Es wird wieder im großen Stil geheiratet und ordentlich auf die Pauke gehauen. Das setzt Standards. Tut es das? Braucht man wirklich Konfettikanonen mit Rosenblättern, eine zehnköpfige Tanzkapelle und ein Bespaßungsprogramm wie im Ferienklub? Angst ist ein schlechter Ratgeber. Bei Hochzeiten ist die Angst davor, nicht mithalten zu können, ein Killer. Also auf dem Teppich bleiben, sofern man nicht eine fernsehtaugliche Heirat inszenieren muss. Viel wichtiger ist doch, dass Raum für wirklich emotionale Momente geschaffen wird. Je persönlicher, desto besser. Also nicht nach Hollywood starren und am besten vergessen, was die Hochzeitssendungen im Fernsehen vorführen. Das ist nur Show. Eine Heirat sollte ein Fest der Liebe sein. Das spüren dann auch die Gäste.
  5. Teamwork oder Diktatur?
    Jeder, der eine Hochzeit plant, steht irgendwann vor einem Problem: Wie soll man das bloß organisieren? Wer macht was und wie koordiniert man das alles? Es ist gut, sich Hilfe zu holen. Die muss dann aber auch verlässlich sein. Bei uns sind Hochzeitsplaner noch nicht so verbreitet, doch es macht Sinn, dass alle Fäden bei einer Person zusammenlaufen. Die kann ein Profi sein, aber auch der beste Freund oder die beste Freundin. Hauptsache, diese Person ist der Sache gewachsen und bereit, viel Zeit und Nerven zu investieren. Je größer das Team, desto unübersichtlicher wird alles. Deshalb muss es jemanden geben, der richtig diktatorisch (oder sagen wir lieber: kategorisch) Entscheidungen trifft, in Absprache mit dem Paar. Pannen gibt es immer. Also eine krisenfeste Person auswählen, die auch mal ein Machtwort spricht.
  6. Peinliche Programme
    Schon komisch – bei Hochzeiten entdecken plötzlich alle ihre Talente. Aus ganz normalen Menschen werden Hobby-Sänger, Hobby-Comedians, Hobby-Dichter. Die tragen dann oft Dinge vor, bei denen dem Paar vor lauter Peinlichkeit fast die Pelle platzt. Muss der beste Freund des Bräutigams unbedingt die ganzen Jugendsünden erwähnen? Muss der Vater der Braut wirklich jede Menge unvorteilhafte Fotos aus der pummeligen Pubertätsphase seiner Tochter vorführen? Ganz ehrlich, solche unterirdischen Beiträge sind leider die Regel. Das Paar lächelt gequält, die Gäste verdrehen die Augen. Mann, Mann, muss das sein? Nein, muss es nicht. Wer auch immer die Hochzeit plant, sollte solche herzwärmenden Programmpunkte vorher abklären. Das sollte schon im Kleingedruckten der Einladungen stehen: Persönliche Beiträge sind willkommen, aber bitte vorher absprechen, was passiert.
  7. Hurra, eine Tortenplatte!
    So gut wie niemand heiratet heute mehr, ohne vorher schon zusammengelebt zu haben. Was bedeutet, dass es einen Hausstand gibt. Dennoch hagelt es bei Hochzeiten mit unschöner Regelmäßigkeit Geschenke für die Erstausstattung. Und spätestens bei der zehnten Tortenplatte fragt man sich: Äh, geht’s noch? Was soll ich mit dem ganzen Krempel? Hier hilft nur eins: eine detaillierte Geschenkeliste. Das mag uncharmant rüberkommen, senkt allerdings den Krempelfaktor ganz gewaltig. Wichtig ist es, Präsente für jeden Geldbeutel auf die Liste zu setzen. Vom Teelicht bis zum exklusiven Grill darf alles drauf. Es können sich ja auch Gäste für ein größeres Geschenk zusammentun. Nicht vergessen: So eine Liste muss gepflegt werden, damit jeder sieht, was schon vergeben ist. Oder man setzt gleich auf das eine Mega-Geschenk, zu dem alle Anwesenden mit einer Spende beitragen können. Wie wär’s mit der Hochzeitsreise? Oder einem neuen Schlafzimmer?
  8. Reden ist Silber? Von wegen
    Nichts ist schöner für die Gäste einer Hochzeit, als sich willkommen zu fühlen. Das wird oft vergessen. Deshalb ist es wichtig, sofort nach der Zeremonie alle Anwesenden mit einer kleinen Rede anzusprechen. Ganz locker, aber informativ. Jeder will doch wissen, worauf er sich einzustellen hat. Wie sieht der Ablauf aus? Wann gibt’s was zu essen? Gibt es eine Spielzone für die Kinder? An wen kann man sich mit Fragen wenden? Oft stehen die Leute auf Hochzeiten erst mal ratlos mit einem Glas Sekt in der Hand rum. Das kann man mit solch einer Rede ändern. Falls das Paar vor Aufregung bibbert, übernimmt das sicher gern ein Freund. Der kann dann auch gleich als Ansprechpartner fungieren, damit das Paar nicht dauernd Auskunft geben muss, wo die Toilette ist und ob es auch vegane Gerichte gibt. Wenn man heiratet, hat man wahrlich Besseres zu tun.
  9. Überhaupt, die Reden …
    Darüber grübelt wohl jedes Hochzeitspaar: Wann sollte es das Wort ergreifen und was um Himmels willen soll es sagen? Klassisch ist die Bratenrede, also nach dem Hauptgang. Aber heutzutage entscheiden sich viele für ein Büffet, weil das zwangloser ist. Daher ist es am besten, eine Rede zu halten, sobald alle Gäste sitzen. Da muss man übrigens keine letzten Weisheiten vom Stapel lassen. Die besten Reden sind die, in denen sämtliche Anwesenden mit Namen angesprochen werden. Zwei, drei Sätze genügen. So zeigt man Wertschätzung. Und so weiß auch jeder gleich, mit wem er feiert. Danach fällt die Kontaktaufnahme viel leichter. „Ach, du bist die Jugendfreundin der Braut? Ist ja interessant, erzähl mal …“
  10. Goodies
    Wenn alles gut läuft, behält jeder die Hochzeit in schönster Erinnerung. Da ist es eine tolle Geste, wenn jeder Gast gleich nach der Feier ein kleines Souvenir bekommt. Ein Lebkuchenherz mit den Namen des Paars zum Beispiel. Ein Minibüchlein mit Liebesgedichten. Einen hübschen Rahmen für das Hochzeitsfoto, das ein paar Tage später per Post eintrudelt. Es kann auch etwas absolut Unspektakuläres sein, wie eine Herztasse aus dem Ein-Euro-Shop. Die Geste zählt! Besondere Ereignisse haben nämlich nicht nur einen Vorlauf, sie wollen auch nachträglich genossen werden. Was gibt es da Schöneres als Gäste, die sich in den nächsten Wochen bedanken und noch einmal alles Revue passieren lassen, mit ihrem Souvenir in der Hand.
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