Ihr Lieben, bald wird‘s heiß. Richtig hot sogar! Nein, nicht weil der Sommer vor der Tür steht. Hallo? Aufs Wetter ist doch sowieso kein Verlass (in unseren Breitengraden einen heißen Sommer zu erhoffen, ist in etwa so sinnvoll, wie an der Bushaltestelle auf ein Flugzeug zu warten). Nee, nee, ich spreche von meinem neuen Roman. Da geht es nämlich um Bea, die heftig unter Hitzewellen leidet. Ach, was sag ich – wahre Hitzetsunamis rollen an!

Obwohl Bea erst vierzig ist, spielen die Hormone Pingpong mit ihr, Temperatur-, Gefühls- und Gewichtsschwankungen inklusive. Heieiei, ganz schön nervig. Aber das ist längst nicht alles. Dass der Spiegel sie mobbt, versteht sich quasi von selbst. Zack, wieder eine neue Falte! Oder die Sache mit der Blase. Durchschlafen? Sehr witzig. Mindestens einmal pro Nacht muss Bea raus (im Dunkeln, damit der Lover nix merkt). Und dann die Lesebrille, auch so ein Ärgernis. Beipackzettel gehen längst nicht mehr ohne, die Preise im Supermarkt nur noch mit viel Geblinzel. Einziger Vorteil: Ohne Brille erkennt man nicht die Anzeige auf der Waage, weshalb Bea es gleich ganz sein lässt und tapfer versucht, ihren Frieden mit dem lästigen Hüftgold zu machen. Wären da bloß nicht diese blöden Rückenschmerzen und die Ermahnung ihres Orthopäden, regelmäßig Sport zu treiben …

Na gut, seien wir ehrlich: So hat sich Bea die Vierziger nun wirklich nicht vorgestellt. Dabei könnte alles so schön sein. Die Tochter ist aus dem Haus, was Entspannung an der Mamifront bedeutet. Endlich Zeit für sich selber, endlich Muße für die Beziehung. Äh, Moment mal. Welche Beziehung? Okay, da scheppert es gerade gewaltig. Aber wenigstens könnte doch die berufliche Erfahrung für eine gewisse Zufriedenheit sorgen? Na ja, selbst in dieser Hinsicht läuft es eher mau, denn Beas Laden für Einrichtungsdesign dümpelt von einer Flaute zur nächsten.

Ihr merkt es schon: Bei Bea brennt die Hütte. Dann spaziert auch noch ihre Mutter frisch gebotoxt mit einem deutlich jüngeren Kerl an, und Tochter Mona angelt sich einen Typen, der doppelt so alt ist wie Beas Küken. Wer wäre da nicht kurz vorm Durchdrehen?

So weit, so katastrophal. Aber wisst Ihr was? Das reifere Alter hat durchaus seine Vorteile. Denn Bea steht für all die gestandenen Frauen, die sich mit Herzensklugheit wacker durchkämpfen. So wie Ihr, liebe Leserinnen. Ihr kennt das doch, oder? Familie, Job, Beziehung unter einen Hut bringen. Mit Selbstzweifeln hadern und trotzdem hoch erhobenen Kopfs durchs Leben marschieren. Sich von romantischen Illusionen verabschieden und dennoch auf die Liebe hoffen. Das ist eine echte Leistung. Jeden Tag aufs Neue.

Mit zwanzig kriegt man das alles noch nicht hin. Insofern ist die Mitte des Lebens gar nicht so übel. Auch wenn man sich oft fragt, was man eigentlich will, weiß man immerhin, was man nicht will. Faule Kompromisse zum Beispiel. Untreue Männer. Es allen recht machen. Sich verbiegen. Stattdessen kann man sich sagen: Wenn die Antworten unbefriedigend sind, kommen vielleicht demnächst bessere Fragen. Nein, ganz bestimmt!

„Wie heiß ist das denn?“ lautet der Titel meines neuen Berg-Werks. Freut euch auf eine turbulente Geschichte, die sogar (pssst, nicht weitersagen) an die sonnendurchglühte italienische Mittelmeerküste führt, wo Bea eine Auszeit nimmt, mit unvorhergesehenen Folgen. Und noch etwas verrate ich euch (wir sind hier ja ganz unter uns): Es gibt ein Wiedersehen mit euren Lieblingsfiguren. Eddy – seufz, Eddy!, Tante Ruth, Joe Beck, Luisa und Wanda (wie immer im gechillten Buddha-Modus). Doch selbst wenn Ihr diese Herrschaften noch nicht kennt, hoffe ich, dass Ihr sie mögen werdet. Sie sind so, wie man sich gute Freunde wünscht: ehrlich, loyal, liebenswürdig, und alle stehen sie wie eine Eins hinter Bea.

Mitte Juni geht’s los. Bis bald, ich freu mich auf Euch! Mit heißen Grüßen, Eure Ellen

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