Ja, richtig gelesen! Für immer mehr Leute – so mein Eindruck – fällt am ersten Urlaubstag ein Startschuss: Höher, schneller, weiter soll es gehen. Und der Leistungsdruck reist immer mit.

Skilaufen? Aber nur auf superschwierigen schwarzen Pisten, mit exakt gemessenen persönlichen Bestzeiten und einem Helmkameravideo, damit man seinen staunenden Mitmenschen via soziale Medien zeigen kann: Hey, ich hänge nicht einfach ab, nein, ich hänge mich voll rein!
Natürlich tut‘s auch der Surf Kurs oder das Kanurafting. Und Unsportliche punkten eben mit dem Sprachkurs, dem Ernährungstraining oder mit einem Kreativprogramm inklusive Töpfern und Seidenmalerei. Hauptsache, man hat was vorzuweisen.

Mal ehrlich, muss das sein? Klar, auch ich finde es schön, wenn man im Urlaub seine Hobbys pflegt. Aber manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass die Fähigkeit, richtig rundum loszulassen, verloren geht. Dabei raten sogar Mediziner inzwischen dazu: Urlaub für die Seele durch Tiefenentspannung. Also auch mal dösen, Löcher in die Luft starren und die Gedanken frei herumwandern lassen. Mit anderen Worten: faul sein. Letzteres hat jedoch leider keinen guten Ruf. (Jüngere Menschen sprechen deshalb lieber von „chillen“.) Ich persönlich halte das allerdings für sehr wichtig. Am liebsten schaue ich aufs Meer. Oder auf die Berge. Einfach so. Dann gerate ich gleichsam in einen fließenden Glückszustand – und kann dann Zuhause umso motivierter wieder am Schreibtisch sitzen. Beim entspannten Abhängen kommen mir sogar oft die besten Ideen. Als ob mein Kopf danke sagt: Danke, dass du mich mal in Ruhe lässt.

Wie ist das bei euch? Mögt ihr lieber Aktivurlaub oder gemütliches Faulsein?
Auf jeden Fall wünsche ich euch für die nächsten Ferien die allerbeste Erholung!
Alles Liebe, Eure Ellen

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